CountryMorning
#1
Vielleicht kann sich ja noch jemand an die Fernsehserie „Der Mann aus den Bergen“ erinnern?
Abgesehen von den wirklich wunderschönen Landschaftsaufnahmen wurde die Serie besonders durch den Titelsong irgendwie ein Hit: „Maybe“ gesungen von Thom Pace.

.... Maybe there's a world where we don't have to run and
maybe there's a time we'll call our own.
Living free in harmony and majesty,
take me home, take me home ...

Genau diesen Song hörte ich mir unter anderen an, als ich das Bild „Country Morning“ unter Verwendung des 3D Programms „Cinema4D“ modellierte. Und eben dieser Song hat mich inspiriert, ein Bild zu gestalten. Das es so geworden ist wie es ist, ist ja ein „schöpferischer“ Zufall.
Aber James „Grizzly“ Adams, der Mann aus den Bergen lebte – wenn mich meine Erinnerung nicht trügt – auch nicht gerade komfortabel.
Tja! Auch ein Lied kann zu einem Bild werden.
Und ich finde es schade das die/der Eine oder Andere von euch bei der Betrachtung des Bildes dieses Lied nicht hören kann. Mich trug es auf den Flügeln der Fantasie in ein unbekanntes, wunderschönes Land. Nicht Milch und Honig fließen dort, aber Ruhe, Gelassenheit und viel, sehr viel Liebe ....


[Bild: CountryMorning.jpg]

Bei dem Modelling des Bildes ist mir auch eingefallen, das ich dem interessierten Leser ja noch nie erklärte wie einfach ein Gefäß (Vase oder dergleichen) mit Cinema zu modellieren ist.
Mittels des Spline Werkzeuges (bekannt aus PI und CorelDraw) wird der Umriss des Gefäßes grob gezeichnet (Bild 1) und schließlich mit der „weichen Selektion“ (in PI als Pfadbearbeitungswerkzeug bekannt) in die beabsichtigte Form gebracht (Bild 2). Was nun verwundern wird ist, dass nur die Hälfte des Umrisses gezeichnet wird und dies „Doppelwandig“. Das mit der Hälfte ist – wenn man die weitere Funktion kennt – klar. Der fertige Spline wird vom Programm irgendwie um sich selbst gewickelt (siehe Bild 3 und 4). Diese „Wickelfunktion“ heißt in Cinema „Lathe-NURBS“. Lathe ist ein Verfahren zur Grafikdarstellung, welches aus Kur-ven einen Körper errechnet und zeigt.
„Doppelwandig“ wird es gemacht, weil man eventuell eine Glastextur verwendet, das Gefäß mit einer Flüssigkeit füllt und dann ohne ein gewisses Maß an Wandstärke echte Model-lingprobleme bekommt.
Ja und damit ist das Gefäß auch schon fertig. Jetzt muss man es noch mit einer entsprechen-den Textur versehen. Ich habe zu Demozwecken eine Ton – (Bild 5), eine Metall- (Bild 6) und noch eine Glastextur (Bild 7) verwendet. Der Würfel in Bild 7 dient zur Demo der Glastransparenz.

[Bild: Country.jpg]

Hmm ... ein bisschen sehr technisch diesmal. Aber bitte fragt wenn ihr etwas wissen wollt oder eventuell mal das Modell einer Flasche, eines Glases, einer Vase usw. für ein Bild benö-tigt. Ich sende es gerne zu.
Und nun noch einen wunderschönen Restsonntag euch allen.
Zitieren
#2
Hallo Ch@rly,

ein Bussi für diese wunderschöne Erzählung und

Bussi Bussi Bussi für dieses wunderschöne Bild.

Auch ich kann mich noch an diese Serie erinnern. Und gerade in dieser, für uns doch so hektischen Zeit, wünscht man sich insgeheim an solch einen Ort des Friedens.

Danke für´s Zeigen und Dir ebenfalls einen schönen Sonntag.

Liebe Grüße
Rieke

P.S. Ich glaube ich habe dies noch nie gefragt, aber hast Du schon mal eine von Deinen Szenen animiert?
Zitieren
#3
Danke für deinen Kommentar Rieke!

Nein! Animationen mache ich nicht. Da lohnt sich meiner Meinung nach der enorme Zeitaufwand nicht. Nur um den Zeitaufwand zu verdeutlichen: Für das Bild "CountryMorning" benötigte mein Rechner eine Renderzeit von 2 Stunden und 29 Minuten!! Und das nicht einmal bei der besten Rendereinstellung.
Was ich manchmal mache(wenn ich zB. ein Tuch in einer bestimmten Lage benötige), sind Simulationen. Aber auch damit bin ich eher sparsam weil auch hier der Effekt den Aufwand nicht wettmacht.
Sieht dann vom Ablauf her in etwa so aus:
[Bild: tuch.jpg]
Zitieren
#4
Wow, hab ich ja gerade erst gesehen :daumen::daumen::daumen::daumen:
Sehr schöne Lichtstimmung, man wartet fast darauf, dass gleich der bauer oder die Bäuerin durch die Tür tritt und nen Kaffee macht

Echt klasse Arbeit Ch@rly:icon_bravo::icon_bravo::icon_bravo::icon_bravo:
Zitieren
#5
Danke Mario!
Zitieren
#6
Ch@rly schrieb:Auch ein Lied kann zu einem Bild werden.

Da kann ich dir mal wieder zustimmen Charly. Musik ist (u.a.) auch für mich eine Inspiration!

Dein Bild ist wieder einmal großartig! :daumen: Auch wenn es dort sehr einsam aussieht...
Super gemacht, wie der Nebel so zur Tür reinkommt. Was ist wohl in dieser Truhe drin? ;-)
Zitieren
#7
Danke Jolina!
In der Truhe? Hhmm ... vielleicht das Hochzeitskleid der Großmutter? Oder irgendwer hat dort die "Freiheit" eingesperrt?
Zitieren
#8
Noch ein kleine Anmerkung zu Ch@rly´s Bild:

ich habe mir in den USA schon einige sogenannte "Ghost-Towns" angesehen.

Es sieht dort genauso aus, wie Ch@rly es in seinem Bild dargestellt hat.

Alles stark verwittert, ein paar verlassene Gegenstände in den Häusern , die versuchen dem drohenden Verfall zu trotzen.

Warst Du auch schon mal in so einer Geisterstadt, Ch@rly? Ich frage, weil Dein Bild wirklich sehr authentisch wirkt.

Lieben Gruß
Rieke
Zitieren
#9
Ch@rly schrieb:In der Truhe? Hhmm ... vielleicht das Hochzeitskleid der Großmutter?

Das kann ich mir jetzt richtig vorstellen! Bestimmt so ein schönes, altes mit viel Spitze! Smile
Zitieren
#10
Nein Rieke. In einer "echten" Geisterstadt war ich noch nie, weil diese nachgebauten Westernparks zähle ich nicht dazu.

Jolina ich freue mich, mit dem Bild ein kleines bisschen an "Emotionen" zu wecken.
Zitieren