Farbverwaltung, korrekte Konfiguration
#7
Reduktion von Transparenzen

Im Offsetdruck sind keine Transparenzen erlaubt. Würde man eine Druckdatei mit Transparenzen an einen Belichter senden, würden mitunter unvorhersehbare Falschdarstellungen wie graue Kästen an Stelle der vorgesehenen Transparenz entstehen. Der automatische Check einer Online-Druckerei würde die Transparenz aber zumeist bemängeln und nicht für den Druck freigeben.
Verwendest Du zur Druckerstellung die PDF-Engine von Corel und definierst die PDF-Kompatibilität als PDF/X-3, dann reduziert Corel automatisch Deine Transparenzen. Kann man so machen und wird normalerweise auch funktionieren. Es kommt dann allerdings zu rechteckigen Bitmapteilen, die sich auf den Bereich der Transparenz beschränken und sich über die nicht transparenten restlichen Grafiken legen. Dies könnte, wenn die darunter liegende Grafik eine Vektorgrafik ist, zu Linien führen, die im Bereich der ursprünglichen Transparenz nun mit 300 DPI unscharf dargestellt werden. Man kann dies nun meinem Perfektikonsanspruch zuschreiben - ich mache das lieber selbst und vertraue hier keiner Automatik.
Ich gehe daher so vor, daß ich beim Erstellen des Dokuments mit verschiedenen Ebenen arbeite. Die unterste ist dabei diejenige, die alle Grafiken erhält, die Bitmaps sind und Vektoren, die Transparenzen enthalten. Das betrifft natürlich auch die Schatten, welche ich vom ursrprünglichen Objekt löse und dann als transparentes Rechteck auf diese Ebene lege. Liegt eine Transparenz über einem anderen Objekt, muß dieses natürlich auch auf diese Ebene gelegt werden und später mit allen Objekten dieser Ebene zu einer Bitmap verrechnet werden.

[Bild: attachment.php?aid=20694]

Bevor das Druckfile erstellt wird, lege ich oberhalb der Hintergrund-Ebene eine weitere Ebene an, die ich "reduzierten Hintergrund" nenne. Hier kopiere ich nun alle Objekte der untersten Hintergrund-Ebene und konvertiere diese in eine einzige, nicht transparente Bitmap mit 300 DPI. Die ursprüngliche Hintergrund-Ebene mit den transparenten Objekten wird nun auf nicht sichtbar, nicht druckbar und nicht bearbeitbar gesetzt. Dadurch werden diese nicht in die PDF eingebaut, die dadurch nur unnötig größer würde. Das Beibehalten dieser Ebene erlaubt uns aber eine spätere Bearbeitung, falls in einer späteren Version Änderungen vorgenommen werden sollen.
Platziert man diese reduzierte Bitmap zusätzlich in ein PowerClip, sind die Ränder scharf trotz Antialiasing.


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Betriebssystem / Grafik-Software: Windows 7, Corel X6, Adobe-Suite CS3, CS6, Lightroom 5
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  • Unkraut



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RE: Farbverwaltung, korrekte Konfiguration - von mvm - 28.02.2019, 05:14