RGB auf CMYK ändern
#1
Hallo in die Runde

Wie ist es mir möglich eine Grafik mit einmal von RGB auf CMYK zu ändern und auch als solche im AI Format zu speichern.

Danke im Voraus Big Grin
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#2
(11.06.2020, 18:20)Reserl schrieb: Hallo in die Runde

Wie ist es mir möglich eine Grafik mit einmal von RGB auf CMYK zu ändern und auch als solche im AI Format zu speichern.

Danke im Voraus Big Grin

Hallo Reserl,

zunächst einmal die Frage, um was für eine Grafik es sich handelt.
Es ist nämlich bei Fotos gar nicht verkehrt, diese in RGB zu belassen und erst bei Druckfileerstellung RGB-Farben nach CMYK zu transformieren. Weil: CMYK ist ungleich CMYK. Je nach Druckverfahren (Druckmaschine, Farbsystem, Papier) muß diese Konvertierung mit einem auf das Zielmedium passenden Farbprofil konvertiert werden. Verwendest Du nun für die Konvertierung nach CMYK ein nicht passendes Farbprofil (was leicht passiert, wenn man nicht weiß, was man tut), dann entstehen folgende Probleme beim Druck: Entweder erreichst Du einfach Falschfarben und/oder abgesoffene Farbaufträge, oder die Belichtungssoftware erkennt das falsche Farbprofil und konvertiert dieses in das korrekte, dann verlierst Du im Druckergebnis manche Farben. Das liegt daran, daß der Farbumfang, also die möglichen druckbaren Farben im CMYK-Farbraum relativ gering ist. Konvertiert man nun von einem CMYK-Farbraum in einen anderen, gibt es Farben, die nicht mehr korrekt darstellbar sind. RGB hingegen hat einen wesentlich größeren Farbraum, man kann also in RGB viel mehr Farben darstellen, als in CMYK. Belässt man daher die Bilder in RGB und überlässt die CMYK-Konvertierung der Software, die das Druckfile erstellt, hat man letztlich die beste Farbdarstellung.
Handelt es sich aber um Vektorgrafiken, möchte man normalerweise genau von Anbeginn an definieren, wie diese Farbe später im fertigen Druck aussieht und daher bietet es sich in der Regel an, diese grundsätzlich in CMYK zu füllen. Wechselt man dann das gewünschte CMYK-Farbmodell, verliert man keine Farben, da die Farbwerte einfach angepasst werden. Voraussetzung für ein korrektes Ergebnis ist eine korrekt eingestellte Farbverwaltung!

Weißt Du aber bereits im Vorhinein, wie das ganze gedruckt wird, kannst Du diese Konvertierung der Fotos und Bilder nach CMYK natürlich vornehmen. Dazu ist es nötig, die Farbverwaltung von CorelDraw korrekt einzustellen und die CMYK-Optionen für das aktuelle Dokument dem zu verwendenden Druckverfahren anzupassen. Hierzu habe ich einen Leitfaden erstellt, den Du hier einsehen kannst:
https://forum.juergens-workshops.de/show...?tid=36855
Wenn es sich also um ein Foto handelt, markierst Du dieses und gehst auf Bitmaps > Modus > CMYK-Farbe.
Handelt es sich um eine Grafik, kannst Du z.B. unten rechts auf die Füllung doppelklicken und im sich öffnenden Fenster das Modell auf CMYK ändern. Dies gilt dann nur für dieses eine Objekt und nur für dessen Füllung. Das selbe kannst Du mit dem Umrss machen. Möchtest Du stattdessen viele Objekte, die in RGB erstellt sind, nach CMYK konvertieren, kannst das mit Objekte Ersetzen machen und ganze Farbmodelle komplett austauschen und somit ein gesamtes Dokument konvertieren. Hierzu gehst Du auf Bearbeiten > Suchen und ersetzen > Objekte ersetzen. Im Fenster definierst Du nun "ein Farbmodell oder eine Palette ersetzen", markierst "Ein Farbmodell suchen" und stellst RGB ein, "Durch dieses Farbmodell ersetzen" und stellst CMYK ein und definierst Füllungen oder Umrisse (es braucht infolgedessen zwei Durchläufe, um das sowohl für Füllungen, als auch für Umrisse zu konvertieren).

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#3
Vielen Dank Martin, für die ausführliche Antwort. Smile

Ich hab ein Schild gestaltet, dass nun gedruckt werden soll. Druckdaten zu erstelle ist für mich absolutes Neuland und treibt mich schon fast in den Irrsinn. :Rolleyes Ich schieb das jetzt schon ewig vor mir her und krieg es einfach nicht gebacken, was ich so nicht kenne. eek

Auf dem Schild sind Namen, Telefonnummer  und ein (in PS freigestelltes) Foto drauf und darum muss ich verpixeln.

   
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#4
Zu aller erst stelle bitte Deine Farbverwaltung richtig (wie beschrieben) ein. Wähle dort für das CMYK-Farbprofil entweder ISO coated v2 (ECI) oder ISO coated v2 300% (ECI). Damit bist Du für die Mehrheit der möglichen Druckvarianten korrekt aufgestellt. Anders gehst Du nur vor, wenn auf Naturpapier, Recyclingpapier oder Zeitungspapier etc. gedruckt werden soll. Es ist aber grundsätzlich angebracht, die Druckerei zu fragen, welches Farbprofil verwendet werden soll, das kann nämlich immer vom Standard abweichen.

Dann achte darauf, daß die Ornamente und der Text in CMYK erstellt sind. Das freigestellte Foto kombiniest Du mit dem Hintergrund zu einer nicht transparenten Bitmap und legst diese in den Hintergrund. Hierbei kannst Du durchaus nach CMYK konvertieren, insbesondere wenn Du exakte CMYK-Farbwerte für den Hintergrund weißt. Allemal sinnvoll ist es, eine Kopie der nicht kombinierten Daten auf einer extra Ebene zu haben. die Du unsichtbar, nicht druckbar und nicht bearbeitbar schaltest, damit Du zukünftig hier noch Änderungen vornehmen kannst.

Das fertige Ergebnis würde ich nicht als Illustratordatei AI exportieren (somit hätten die eine offene Datei und können Dinge verändern oder es kommt immer wieder auch zu nicht korrekt exportierten Grafiken), sondern als PDF/X-3. Dies wird so von fast allen Druckereien akzeptiert, oft auch gefordert. Schriften konvertierst Du in den PDF-Einstellungen in Kurven, als Komprimierungstyp der Objekte wählst Du jpg in hoher Auflösung, einen Anschnitt stellst Du so ein, wie von der Druckerei gewünscht. Den solltest Du natürlich zuvor im Dokument selbst schon angelegt haben, also rund um den Druckbereich die Farben des Hintergrunds einige Millimeter rundrum überstehen lassen. Der kann also ruhig wieter überstehen, als von der Druckerei gefordert, den letztendlichen Anschnitt bestimmst Du im PDF-Export. Wie Du dabei am besten vorgehst, habe ich ebenfalls im bereits verlinkten Leitfaden beschrieben.

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#5
Na, zack! Ob ich das je hinkrieg wage ich zu bezweifeln Rolleyes
Mal schauen, aber herzlichen Dank für deine tolle Erklärung Big Grin
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#6
Hallo, falls die Datei schon erstellt ist, kannst du diese auch gleich "als PDF freigeben" in "Druckvorstufen"-Qualität.
Anschließend könntest du die PDF wieder in Corel öffnen. Somit sollten die Farben in Corel auch in CMYK konvertiert sein. Gruß Gerrie
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#7
(15.06.2020, 20:56)Gerrie25 schrieb: Hallo, falls die Datei schon erstellt ist, kannst du diese auch gleich "als PDF freigeben" in "Druckvorstufen"-Qualität.
Anschließend könntest du die PDF wieder in Corel öffnen. Somit sollten die Farben in Corel auch in CMYK konvertiert sein. Gruß Gerrie

Dabei kommt aber auch nix gscheits raus. wenn die Farbverwaltung nicht richtig eingestellt wurde und wenn die PDF-Einstellungen nicht den Vorgaben der Druckerei entsprechen.

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#8
Hallo in die Runde,

Betriebssytem: Windows 10.
Grafik Software: CorelDraw Graphics Suite 2021.
------------------------------------------------------------
Ich habe ein 184 seitiges Dokument mit ca. 300 Farbfotos erstellt. Dabei habe ich den Farbmodus der Farbbilder
von RGB in YMCK konvertiert. Der nächste Schritt wäre eine PDF/X-3 zu erstellen und an eine Druckerei zu senden.

Leider habe ich diesen guten und lehrreichen Beitrag erst heute entdeckt und bin jetzt etwas verunsichert.
Wenn ich richtig verstanden habe, wäre diese Konvertierung micht nur nicht erforderlich, sonder auch nicht ratsam.
Was tun jetzt?
Alle Bilder durch die Originalbilder in RGB zu ersetzen wäre eine "Wahnsinnsarbeit", weil ich sie noch einmal bearbeiten müsste (Farbkorrekturen, Retuchieren, beschneiden usw.), sehr zeitaufwändig.

Unter PDF-Einstellungen bzw. Farbverwaltung sind folgende Farbprofile angegeben, deren Bedeutung ich nicht beurteilen kann:
  sRGB IEC61966-2.1
  ISO Coated v2 (ECI)

Meine (schwierige) Frage: Wie gravierend ist es, wenn ich alles so belasse und drucken lasse?
Es handelt sich um eine Biografie für den privaten Gebrauch innerhalb der Familie.

Für hilfreiche Ratschläge bedanke ich mich im Voraus
Ramsi

Betriebssystem / Grafik-Software: Windows 10 , CorelDraw Graphics Suite 2021
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#9
(22.01.2023, 14:56)Ramsi schrieb: Ich habe ein 184 seitiges Dokument mit ca. 300 Farbfotos erstellt. Dabei habe ich den Farbmodus der Farbbilder
von RGB in YMCK konvertiert. Der nächste Schritt wäre eine PDF/X-3 zu erstellen und an eine Druckerei zu senden.

Leider habe ich diesen guten und lehrreichen Beitrag erst heute entdeckt und bin jetzt etwas verunsichert.
Wenn ich richtig verstanden habe, wäre diese Konvertierung micht nur nicht erforderlich, sonder auch nicht ratsam.
Was tun jetzt?
Alle Bilder durch die Originalbilder in RGB zu ersetzen wäre eine "Wahnsinnsarbeit", weil ich sie noch einmal bearbeiten müsste (Farbkorrekturen, Retuchieren, beschneiden usw.), sehr zeitaufwändig.

Unter PDF-Einstellungen bzw. Farbverwaltung sind folgende Farbprofile angegeben, deren Bedeutung ich nicht beurteilen kann:
  sRGB IEC61966-2.1
  ISO Coated v2 (ECI)

Meine (schwierige) Frage: Wie gravierend ist es, wenn ich alles so belasse und drucken lasse?
Es handelt sich um eine Biografie für den privaten Gebrauch innerhalb der Familie.

Hallo Ramsi,

man kann schon ein Dokument, welches mit einem anderen Farbprofil erstellt bzw. in dieses konvertiert wurde, in eines übersetzten, welches die Druckerei verwenden wird. Man verliert dabei vielleicht ein paar Farben der Fotos bei dieser erneuten Übersetzung von einem kleinen Farbraum in einen anderen kleinen, da diese nicht deckungsgleich sein werden. Wie tragisch das ist, kann man an einem sinnvoll eingerichteten System mit kalibriertem Bildschirm vorab beurteilen. Hat man dies nicht, ist das halt ein Überraschungsei.
Stelle erst einmal, wie hier beschrieben, Deine Farbverwaltung sinnvoll ein. Wenn Du anschließend Dein Dokument erneut in Corel öffnest, wirst Du ein Fenster sehen, welches Dich fragt, wie Corel diese Datei behandeln soll ("Fehlende Übereinstimmung bei Farbprofil"). Hier klickst Du "Aus eingebettetem Farbprofil in Standardprofil konvertieren" an. Fortan wird Dein Dokument mit dem korrekten Farbprofil dargestellt und ausgegeben. Die Fotos können aber nur korrekt übersetzt werden, wenn diese das CMYK-Farbprofil beinhalten, in welches sie übersetzt wurden.

Wie das ganze aussehen wird, kann man vorab auch über die Farbprüfeinstellungen, welche man anschließend bei der PDF-Erstellung alternativ auswählen kann, einsehen. In der Farbprüfeinstellung kann man beliebige Farbprofile einstellen und die Darstellung im jeweiligen Profil beurteilen. Dabei wird das Dokument aber nicht konvertiert, das macht also nur Sinn, wenn sich die Darstellung nicht großartig verschiebt. Und immer vorausgesetzt, man kann sich auf seine Bildschirmdarstellung verlassen, weil man einen guten Bildschirm hat, der kalibriert wurde.

Ein ebenso sinnvoller Weg wäre es, das korrekte CMYK-Farbprofil in Deinem Dokument einzurichten, vorausgesetzt Deine Fotos haben jeweils ein eingebettetes Farbprofil, welches durchaus abweichen darf vom Dokumentfarbprofil. Bei der Ausgabe als PDF/X-3 würden nun die Fotos automatisch ins Zielfarbprofil übersetzt werden (mit den bereits erklärten Verlusten von Farbinformationen). Wenn also Deine Fotos diese Information beinhalten und das Dokumentfarbprofil korrekt eingestellt wurde, kommt etwas sinnvolles heraus. Aber ohne kalibriertem System bleibt das dennoch ein Glücksspiel. Bei diesem Weg würden aber Farben, die Du Grafiken und Schriften zugewiesen hast, nicht konvertiert und können anschließend anders aussehen.

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