Farbräume
#1
Hallo

Ich hab mir in letzter Zeit einige Videos über Farbräume angeschaut. Ich selbst nutze zwar außschließlich beim Export usw sRGB aber ein wenig Hintergrundwissen schadet ja nie Smile

Angenommen man entwickelt ein RAW (Landschaftsfoto mit vielen blau und grüntönen) und exportiert es einmal in sRGB und einmal in Adobe RGB.
Betrachtet beide Bilder auf einen Display das mit einen größeren Farbraum wie sRGB zumindest halbwegs umgehen kann:

- Sehen die Bilder dann unterschiedlich aus oder sollten die bei korrekten Farbmanagment gleich aussehen

- Gehen beim Export in sRGB Farbinformationen verloren im Vergleich zu Adobe RGB? Ich meine nun nur aufgrund des Farbraum, das in der RAW Datei viel mehr Informationen stecken als in jpg is mir klar.

Ich finde das Thema ist nicht so einfach, vorallem nicht wenn man es an der eigenen Hardware nicht testen kann.

Gruß
Bolle
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#2
(08.01.2021, 01:52)Bolle schrieb: Angenommen man entwickelt ein RAW (Landschaftsfoto mit vielen blau und grüntönen) und exportiert es einmal in sRGB und einmal in Adobe RGB.
Betrachtet beide Bilder auf einen Display das mit einen größeren Farbraum wie sRGB zumindest halbwegs umgehen kann:

- Sehen die Bilder dann unterschiedlich aus oder sollten die bei korrekten Farbmanagment gleich aussehen

- Gehen beim Export in sRGB Farbinformationen verloren im Vergleich zu Adobe RGB? Ich meine nun nur aufgrund des Farbraum, das in der RAW Datei viel mehr Informationen stecken als in jpg is mir klar.

Hallo Bolle,
bei korrekt eingestelltem Farbmanagement sieht das Bild genauso aus. Das setzt natürlich voraus, daß es auch korrekt in den jeweiligen Farbraum exportiert wurde.
Beim Export nach sRGB gehen eine Menge Farbinformationen verloren. Das macht sich erst bemerkbar, wenn man dieses Bild erneut bearbeiten möchte und Farben bearbeitet, die im Bild nicht (mehr) vorhanden sind. Sinnvoll geht man also so vor, daß ein Export nach sRGB erst stattfindet, wenn die Bearbeitung abgeschlossen ist. Ein Bild mit dem ursprünglichen großen Farbraum sollte man dabei aber behalten, am besten die RAW-Datei.
sRGB ist sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner, den jedes System beherrscht. Somit sollte das Bild auf allen Systemen einigermaßen gut dargestellt werden, wobei es auf einem nicht-kalibrierten System natürlich keine absolut korrekte Darstellung geben wird.

Betriebssystem / Grafik-Software: Windows 7, Corel X6, Adobe-Suite CS3, CS6, Lightroom 5
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#3
Zitat:Beim Export nach sRGB gehen eine Menge Farbinformationen verloren. Das macht sich erst bemerkbar, wenn man dieses Bild erneut bearbeiten möchte und Farben bearbeitet, die im Bild nicht (mehr) vorhanden sind.


Danke Martin,
Jetzt weiß ich schon eher wie das alles gemeint ist, denn ich ging davon aus das Bild mit den größeren Farbraum müsse zwangsweise qualitativ besser sein nur eben nicht auf Standard Displays sichtbar.

RAW Daten behalte ich Grundsätzlich (sogar doppelt) Man weiß ja nie was Software technisch noch alles möglich ist usw... Aber gehen die meisten Informationen nicht dadurch verloren das ein jpg nur 8bit hat (egal mit welchen Farbraum)

Zum zwischenspeichern um ein Bild in einen anderen Programm weiter zu bearbeiten wäre zb TIF in Pro Photo RGB Farbraum sinnvoll?

Gruß
Bolle
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#4
(08.01.2021, 16:38)Bolle schrieb: RAW Daten behalte ich Grundsätzlich (sogar doppelt) Man weiß ja nie was Software technisch noch alles möglich ist usw... Aber gehen die meisten Informationen nicht dadurch verloren das ein jpg nur 8bit hat (egal mit welchen Farbraum)

Zum zwischenspeichern um ein Bild in einen anderen Programm weiter zu bearbeiten wäre zb TIF in Pro Photo RGB Farbraum sinnvoll?

Ein jpg-Bild mit 8bit hat auch einen kleineren Farbraum.
Ein Bild in sRGB kann perfekt für unser Auge aussehen. Es beinhaltet ausreichend Farbinformationen, daß das Bild gut aussehen kann. Es fehlen halt die Farben, die außerhalb des sichtbaren Raumes im zuvor größeren Farbraum enthalten waren. Bearbeitest Du somit z.B. einen türkisfarbenen Himmel im jpg und versuchst, ihn mehr ins himmelblaue zu verschieben, dann kann es zu Farbabrissen kommen, also zu stufigen Übergängen, die gerade in einer relativ gleichmäßigen Fläche wie am Himmel sehr störend wirken können. Daher macht es durchaus Sinn, ein Bild, das nach RAW-Entwicklung in einem anderen Programm noch weiter bearbeitet werden soll, in einem großen Farbraum abzuspeichern und dies in einer Datei, die nicht durch Komprimierung die Dateigröße verringert und dadurch die Qualität verschlechtert. Also ein Tiff eignet sich dazu durchaus, aber auch andere Formate wie z.B. psd. Wenn es dann fertig bearbeitet ist, kannst Du es in ein jpg mit sRGB-Farbraum exportieren, somit kann es dann auch auf allen Systemen und im Internet einigermaßen gut dargestellt werden.

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#5
Also macht zb der AdobeRGB Farbraum nur Sinn wenn es ein Druckdienstleister verlangt, um Reserven zu haben beim Druck..

Ja so handhabe ich das auch. Ein jpg bearbeite ich nicht mehr - außer zu Testzwecken. Einzige Ausnahme wäre verkleinern für Email und Foren.
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#6
(09.01.2021, 02:19)Bolle schrieb: Also macht zb der AdobeRGB Farbraum nur Sinn wenn es ein Druckdienstleister verlangt, um Reserven zu haben beim Druck..

Ja so handhabe ich das auch. Ein jpg bearbeite ich nicht mehr - außer zu Testzwecken. Einzige Ausnahme wäre verkleinern für Email und Foren.

Ein Druckdienstleister benötigt keinen erweiterten Farbraum. Wie gesagt macht der erweiterte Farbraum Sinn, wenn Du das Bild weiter bearbeiten möchtest. Die Farben die wir sehen können und diejenigen, die druckbar sind, bringt man in sRGB unter. Gedruckt wird letzten Endes im CMYK-Farbraum mit einem von der Druckerei geforderten Farbprofil, welches vom Druckverfahren abhängt. Denn CMYK ist nicht gleich CMYK. Aber auf jeden Fall ist der CMYK-Farbraum deutlich kleiner, als der sRGB-Farbraum.

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