Motive richtig ausleuchten
#1
Wenn der interne Blitz nicht das macht was er soll, oder was man gerne möchte...

Wenn es schnell gehen muß bleibt einen meist nur der interne oder ein externer Aufsteckblitz.

Hat man aber alle Zeit der Welt, was macht eher Sinn:

Entfesselt ggf mit Softbox Blitzen über Sender am Blitzschuh, oder einfach den Raum aufhellen (Strahler, Tischleuchten, Deckenfluter...) letzteres hätte auf jeden Fall den Vorteil das man vorher schon mal Lichtspiegelungen und Schatten erkennt.
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#2
Blitzen ist für mich immer die allerletzte Wahl der Lichterzeugung -
soll es gut werden, braucht es viel Aufwand, Technik und Wissen,
und sobald etwas davon fehlt, ist das Ergebnis entsprechend.



Zitat:Hat man aber alle Zeit der Welt, was macht eher Sinn
Gegenfrage: was ist schneller - Schnitzel oder Ostern? ;-)

Zunächst kommen Fragen über Fragen:
  • was kann meine Kamera?
  • was ist das Motiv?
  • wie groß ist der Raum?
  • welches natürliche Licht habe ich und wieviel davon?
  • welchen Aufwand kann und will ich betreiben bzw. finanzieren?



Zitat:Entfesselt ggf mit Softbox Blitzen über Sender am Blitzschuh
Und dann?

Ein Slave ist ne tolle Sache für unterwegs, für kleinere Objekt und um Akzente zu setzen.
Wenn ich es aber richtig verstanden habe, dann befinden wir uns in einem Raum,
der grundsätzlich zu dunkel ist, und für den suchen wir eine generelle Lösung.

Genauso wie ein Aufsteckblitz wirft der Slave Schatten, hat eine gewollt begrenzte Reichweite in einer bestimmten Richtung
und ist mangels "Vorschaufunktion" im Moment der Aufnahme nicht kontrollierbar bzw. korrigierbar.

Softboxen, Diffusoren und Reflektoren mindern diese Nachteile
durch die gleiche Wirkungsweise, die sie in Zusammenarbeit mit Dauerlicht entfalten.
Dadurch bewege ich mich aber schon wieder in einem Bereich von Aufwand, Technik und Wissen,
der es heftig in sich hat und trotzdem den gravierendsten Nachteil von Blitzen aller Art nicht eliminiert:
das Licht ist erst im Moment der Aufnahme da und in der nächsten Sekunde wieder weg.

Ob die Aufnahme also etwas geworden ist, kann ich mit letzter Sicherheit
erst beim Entwickeln beurteilen, Stunden oder Tage oder Wochen danach,
wenn ich sie nicht mehr wiederholen kann.



Zitat:oder einfach den Raum aufhellen (Strahler, Tischleuchten, Deckenfluter...)
Hört sich nach "Baustrahler, Schreibtischlampe, Neonröhre" an.

"Einfach" wird es auf jeden Fall nicht.
Und "aufhellen" geht auch nicht, denn das würde bedeuten, das vorhandene Tageslicht zu unterstützen.
Das liegt je nach Situation bei ca. 6.000K, während sich haushaltsübliche Lichtquellen
zwischen 3.000K und 10.000K bewegen, was ein heilloses Lichtermischmasch bewirken würde,
das sich auch durch das beste Programm mit dem feinsten Weißabgleich nicht mehr retten lässt.

Dumm nur, dass Du dieses Chaos auch erst beim Entwickeln entdecken wirst,
denn Auge und Hirn blenden unterschiedliche Farbtemperaturen aus
und vermelden Dir einfach nur starre Helligkeitswerte.

Schau Dir hierzu mal diesen Beitrag an.



Fazit:

Wir sind wieder bei der Frage "Welchen Aufwand kann und will ich betreiben bzw. finanzieren?"

Ist die Kamera besser als Geldbeutel, Nerven und das Beherrschen des Lichts,
dann heißt es ISO rauf und Blende runter.

Mit 16.000 ISOs, B 1.8 und einer ruhigen Hand, die auch noch 1/30 sicher hält,
schieße ich Dir sogar die Gruft von Canterbury so ab, dass Du nach entsprechender Bearbeitung glaubst,
in einem freundlichen Sommertag gelandet zu sein.

Ist das Verhältnis andesrum, dann investiere in Zeit, Geduld, Übung und Tagesdauerleuchten.
Du kannst das Licht in einem weitgehend abgedunkelten Raum von Grund auf neu aufbauen,
kannst variieren, lenken, dimmen, dämpfen und streuen, und Du siehst vorher, was Du hinterher bekommst.
[INDENT]Ach Du Schreck, viel Aufwand?

Stimmt.[/INDENT]
Aber Du musst immer daran denken, dass nichts so ist, wie Du es siehst.
Außer im jungfräulichen Tageslicht und der reinen Luft des Nordpols.
Alles andere musst Du mit mehr oder weniger Aufwand hinbiegen.

Bei sehr kleinen Objekten gelingt das noch am ehesten und einfachsten -
deswegen hatte ich ja am Anfang u.a. nach Größe von Motiv und Raum gefragt:
Objekt + Lichtzelt + Lichtquelle = fertig.

Hier muss es noch nicht mal eine exakte Lichttemperatur sein.
Der Raum ist sehr begrenzt und das externe Licht
verdrängt das wenige natürliche Streulicht weitgehend,
so dass mit einem guten Weißabgleich ein stimmiges Ergebnis erzielt wird.

Gruß,
Hans
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#3
Hans hat's ja schon schön erklärt. Auch ich stehe sehr auf natürliches Licht. Denn das ist es, wie wir die Situation natürlich erleben. Eine künstliche Beleuchtung sollte entsprechend etwas besonderes sein, Akzente setzen etc. Ein Aufsteckblitzgerät oder das eingebaute ist die schlechteste Lösung von allen. Eine viel zu kleine Lichtquelle aus der gleichen Richtung wie die Kamera führt zu absolut unnatürlich wirkenden, platt ausgeleuchteten Motiven mit harten Schatten.
Sollte das Licht trotz der Möglichkeiten moderner Kameras nicht mehr ausreichen, kann man diese Blitzgeräte aber zum aufhellen benutzen. Dafür gibt es einen speziellen Modus. Das Ergebnis kann dann durchaus noch einigermaßen natürlich wirken.
Ansonsten spricht natürlich nichts gegen künstliche Beleuchtung. Diese muss man aber beherrschen und das ist alles andere als einfach und erfordert auch Equipment, das ein wenig kostet.

Betriebssystem / Grafik-Software: Windows 7, Corel X6, Adobe-Suite CS3, CS6, Lightroom 5
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#4
Ok. Anders gefragt, nicht das wir aneinander vorbei reden..... 2 Beispielbilder. Eins mit, eins ohne Blitz. Diesen Kontrast zw den hellen und dunklen Farben der Blüte hab ich nur mit Blitz hinbekommen. Klar hätte ich auch viel länger belichten können - mit Stativ kein Problem aber dann wird alles heller.


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#5
Ich hab heut nicht wirklich Zeit. Das Problem ist die Gegenlichtsituation bei gleichzeitigem Motiv im Dunkeln. Man könnte manuell auf das Motiv belichten, dann wird der Hintergrund halt zu hell. Wenn Du in RAW fotografierst, könntest Du in der Entwicklung noch einiges retten.
Ansonsten das Motiv ins Licht bringen.
Künstliches Licht kann da natürlich helfen, wenn man weiß, was man tut. Der interne Blitz gegen die Fensterscheibe ist jedenfalls die schlechteste Variante.

Betriebssystem / Grafik-Software: Windows 7, Corel X6, Adobe-Suite CS3, CS6, Lightroom 5
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#6
@Hans: Fürs erste reicht es mir wenn ich einen kleinen Bereich habe. Für Motive die nicht größer sind das man sie locker auf einen Schreibtisch stellen kann. Ich dachte da an eine Bastellösung. Ich werde mir eine 1,8er Festbrennweite zulegen.. Mit dem KIT is man Ruckzuck bei Blende 5 (bei 35mm)
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#7
Bolle schrieb:Ok. Anders gefragt, nicht das wir aneinander vorbei reden..... 2 Beispielbilder. Eins mit, eins ohne Blitz. Diesen Kontrast zw den hellen und dunklen Farben der Blüte hab ich nur mit Blitz hinbekommen. Klar hätte ich auch viel länger belichten können - mit Stativ kein Problem aber dann wird alles heller.

Hallo Bolle,

wieso sollte von Stativ aus alles heller werden? Weil du längere belcihtungszeiten wählen kannst als Freihand? Du musst natürlich die Blende entsprechend anpassen. Eine leichte Über- oder Unterbelcihtung von 1 Blende als Beispiel solltest du manuell hin bekommen.

Ich denke das was du meinst ist, dein Belichtungsmesser. Du solltest dich einmal mit den unterschiedlichen Messmethoden deiner Kamera beschäftigen, mach einmal einen Versuch mit nach Möglichkeit einem AF Sensor, oder schalte diesen meinetwegen ab, und belichte dann einmal mit den unterschiedlichen Messmethoden deiner Kamera. Vielleict hast du Spot-, Selektiv-, Mehrfeld- und Matrixmessung zur Auswahl. Wichtig für einen Vergleich ist das du auf gleichbleibendes Licht beim Objekt deiner Wahl zurück greifst.

Vg Roman
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#8
Sollte man bei der Anschaffung eines externen/Aufsteckblitz darauf achten das er I-TTL unterstützt?

Ich denke das macht doch auch nur Sinn wenn man ihn als Aufsteckblitz nutzt. Wenn der Blitz extern genutzt wird um zb ein Motiv von der Seite auszuleuchten was bringt einem da ITTL? Der Blitz weiß nicht wo sich die Kamera befindet und die Kamera nicht wo der Blitz
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#9
Bolle schrieb:Sollte man bei der Anschaffung eines externen/Aufsteckblitz darauf achten das er I-TTL unterstützt?

Ich denke das macht doch auch nur Sinn wenn man ihn als Aufsteckblitz nutzt. Wenn der Blitz extern genutzt wird um zb ein Motiv von der Seite auszuleuchten was bringt einem da ITTL? Der Blitz weiß nicht wo sich die Kamera befindet und die Kamera nicht wo der Blitz

Hallo Bolle,

wenn das I-TTL so arbeitet wie bei Canon das E-TTL-2 (vormals E-TTL) System dann würde ich darauf achten das ein zukünftiger Blitz das hätte. Unter anderem wird dabei "Rücksicht" auf die Entfernung genommen, (allein diese möchte ich nicht mehr missen) was das ausleuchten enorm erleichtern kann. Wenn dann der Blitz noch zusätzlich per Funk/Fotozelle o.ä. ausgelöst werden kann/könnte, musst du auch kein langes Systemkabel kaufen und/oder kein herkömmliches Blitzkabel, was wiederum Einschränkungen mit sich bringen kann.

Von mir aus ein klares Ja zu deiner Frage.
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#10
morphsuite schrieb:Unter anderem wird dabei "Rücksicht" auf die Entfernung genommen, (allein diese möchte ich nicht mehr missen) was das ausleuchten enorm erleichtern kann.

ITTL und ETTL sind meines Wissens nach identisch....Der Blitz misst die Entfernung und "kommuniziert" mit der Kamera? Oder geht die Kamera davon aus das der Blitz aufgesteckt ist - also die gleiche Entfernung zum Motiv hat als die Kamera selbst. Entfesselt würde das ja ein total verfälschtes Ergebnis liefern.

EDIT: Ich seh gerade das funktioniert irgendwie über "fast unsichtbare Testblitze"
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