23.12.2012, 14:43
[SIZE="3]Berlin/dpa.
Aus unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass das Bundesverkehrsministerium ab dem 1.3.2013
eine ersatzlose Streichung aller Geschwindigkeitsbeschränkungen für Kraftfahrzeuge plant. Dies
solle sowohl auf deutschen Autobahnen als auch auf Bundes-, Landes- und Kreistraßen sowie
innerorts gelten.
Wie verlautete, wolle man damit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten und die
wachsende Zahl der Auffahrunfälle mit Personenschaden drastisch vermindern. Das Ziel sei nur
zu erreichen, wenn man es den vorausfahrenden Fahrzeugen ermögliche, ihre Geschwindigkeit
dem nachfolgenden schnelleren Verkehr anzupassen. Nur so sei die Gefahr, die von diesen
langsameren Verkehrsteilnehmern ausgehe, effektiv zu beseitigen.
In einer ersten Reaktion hat die Fahrzeugindustrie bereits ihre volle Kooperation und Unterstützung
zugesichert. Die Hersteller denken eigenen Angaben zufolge darüber nach, die Produktion von Klein-
und Kompakt-Pkw einzustellen und stattdessen die hubraumstarke Modellpalette der Sportwagen,
SUVs und schweren Limousinen mit aufgerüsteten Motoren auszustatten. Wie ein Verbandssprecher mitteilte,
wolle man mit dieser Maßnahme der Verantwortung im Kampf gegen die hohen Unfallzahlen gerecht werden.[/SIZE]
-------------------------------------------------------------------------------------------
Soweit die Meldung.
Aprilscherz?
Schlechte Comedy?
Mitnichten - das ist die Realität!
Man muss lediglich einige kleinere kosmetische Korrekturen an diesem Artikel vornehmen.
Unfälle durch Amokläufe ersetzen.
Pkw durch Waffen.
Fahrzeugindustrie durch NRA.
Und schon haben wir sie, die Realität!
Newtown, Conneticut/USA, 14. Dezember.
Der 20jährige Adam Lanza tötet zu Hause seine Mutter mit vier Schüssen in den Kopf.
Danach fährt er in eine Grundschule am Ort und dringt gewaltsam ein, indem er auf die gesicherte Tür feuert.
Im Gebäude erschießt er offenbar wahllos 20 Kinder und sechs Lehrerinnen, bevor er Selbstmord begeht.
Lanza ist bewaffnet mit einem paramilitärischen halbautomatischen Gewehr 'Bushmaster'
sowie zwei Pistolen der Marken Glock und SIG Sauer, alle im legalen Besitz seiner Mutter.
Er ist nicht vorbestraft und bis dato unauffällig, ein Motiv ist nicht erkennbar.
Washington D.C, 21. Dezember.
Genau eine Woche nach dem Massaker und am Tag der Trauerfeierlichkeiten für die Opfer
hält die NRA, die Schusswaffenvereinigung und Waffenlobby Nr. 1 der USA, eine Pressekonferenz ab.
Ihr Vizeboss, Wayne LaPierre, fordert noch mehr Waffen für die Bürger Amerikas sowie bewaffnete Wachen
an allen Schulen mit dem Argument, dass es bei Amokläufen viel weniger Tote gebe, wenn jeder
eine Waffe hätte und sofort zurückschießen könne.
-------------------------------------------------------------------------------------------
Was muss passieren, bis solche hirnamputierten Schwachköpfe wie LaPierre aufwachen
bzw. nach einer erfolglosen Bedenkzeit von 5 sec. straffrei und öffentlich ausgepeitscht werden dürfen?
Die Logik hinter diesen Gedankengängen ist so krank wie es nur irgend geht:
wenn jemand mit seiner Waffe Böses tun will, dann muss ich in der Lage sein,
dies zu verhindern, und zwar mit einer Waffe.
Eine Bedrohung konkreter Art wird nach dieser Lesart also nicht dadurch beseitigt,
dass man ihre Quelle beseitigt, sondern dadurch, dass man allen konkret
oder potentiell Bedrohten dieselbe Gewaltkapazität in die Hand gibt!
Dazu brauche man lt. NRA ein Trainingsprogramm an den Schulen (für Hausmeister und Biolehrer?),
und dies mit aufzubauen sei die NRA gerne bereit (oh welch großzügig hilfsbereite Geste!).
Das Recht Schusswaffen zu tragen sei ein Grundrecht der Amerikaner und tief im Volk verankert.
Wo ein böser Mensch mit einer Waffe sei, könne ihn nur ein guter Mensch mit einer Waffe stoppen.
Dieses Prinzip der Abschreckung kann funktionieren.
» Es hat 1961 am Berliner Checkpoint Charlie funktioniert, als die USA als Antwort auf Versuche der SED,
...das Viermächteabkommen über Berlin zu unterlaufen, Panzer an den Kontrollpunkt schickten,
...wo sie bis auf wenige Meter gefechtsbereit sowjetischen Kampftruppen gegenüber standen.
» Es hat 1962 funktioniert, als die UdSSR nukleare Mittelstreckenraketen auf Kuba stationierte
...und Kennedy ein sowjetisches U-Boot mit Atomwaffen an Bord attackieren ließ.
...Chruschtschow lenkte nach weiteren Verhandlungen ein.
» Es hat 1979 im 2. Teil des Nato-Doppelbeschlusses funktioniert,
...worin als Reaktion auf die konventionelle Überlegenheit des Warschauer Paktes die Stationierung
...von Pershing- und Tomahawk-Marschflugkörpern festgelegt wurde.
» Es funktioniert heute durch den Einsatz von weltweit rund 30 atomaren SSBN-U-Booten,
...die mit Interkontinentalraketen bestückt und durch ihren unbekannten Aufenthaltsort in der Lage sind,
...selbst bei vollständiger Zerstörung ihres Herkunftslandes immer noch einen eigenen
...und unabhängigen Vernichtungsschlag durchzuführen und somit bereits im Vorfeld
...jeden noch so effektiven Erstschlag eines Aggressors sinnlos machen.
Und das ist das entscheidende Wort: sinnlos!
Militärische Abschreckung funktioniert, weil Regierungen vernunftsbetont handeln.
Was nicht unbedingt mit 'vernünftig' gleichzusetzen ist, jedoch bedeutet, dass sie
eine (normalerweise) rationale Abwägung von Chancen und Risiken ihres Handelns vornehmen.
[INDENT]Ist der Andere schwächer, kann ich ihn klatschen.
...Ist er hingegen stärker, kriege ich aufs Maul.
......Sind wir gleich stark, ist außer Spesen nichts gewesen.[/INDENT]
So einfach geht Diplomatie.
Amokläufer jedoch funktionieren alles andere als einfach!
Alle Amokläufer - ob Winnenden, Utøya oder Newtown - haben eines gemeinsam:
ihre ganze 'Ratio' beschränkte sich auf die Durchführung, nicht aber auf die Folgen.
Noch nicht einmal die Folgen für sich selber, weswegen sich viele von ihnen im Zuge der Tat selbst töten.
Wozu also abschrecken, wenn diejenigen,
die abgeschreckt werden sollen, sich nicht abschrecken lassen?
Wenn der eigene Tod u.U. sogar geplanter Teil des Vorhabens ist?
Bleibt das Argument der schnellen Reaktion.
Das komplette System der Exekutive als Teil der Gewaltenteilung in einer Demokratie
beruht auf dem Gedanken, dass alle drei Gewalten den hierfür zuständigen Einrichtungen vorbehalten sind.
Die Forderungen von LaPierre nach quasi flächendeckender Massenbewaffnung der Bevölkerung
impliziert die Auflösung des staatlichen Gewaltenmonopols und deren unkontrollierte und
unkontrollierbare Übertragung auf den Einzelnen!
Jeder Autofahrer kann jedem anderen ein Knöllchen ausstellen,
jeder Schrebergartenbesitzer erlässt sein eigenes Grundgesetz,
jeder kann jeden wegen Ruhestörung zu lebenslanger Haft verurteilen,
jeder Bürger erhält Polizeigewalt, deren Befugnis im Moment des Handelns unter den Tisch fällt!
Es fällt mir schwer, meinem Entsetzen und meiner Wut über eine solche Geisteshaltung
(wobei das Wort 'Geist' deplaziert ist) einen einigermaßen druckfähigen Ausdruck zu verleihen!
Tatsache ist, dass die Gesetzgebung der USA und ihrer Bundesstaaten
dem Waffenmissbrauch schon jetzt massiv Vorschub leistet:
von denen zwei Drittel mit Schusswaffen begangen wurden!
Wer sich wie die NRA nun selbst eine passende Studie zurechtbiegt, derzufolge schärfere Gesetze nichts bringen,
da sich die Täter ihre Waffen ja sowieso illegal besorgen können, der muss auch fürs Saufen am Steuer plädieren.
Schließlich kamen nur 10% der Verkehrstoten im Jahr 2011 in Deutschland
bei Alkoholunfällen um, also machen die Nüchternen satte 90% der Gefahr aus...
Die NRA ist in meinen Augen eine anachronistische Zusammenrottung
gewaltverherrlichender Vorgesterncowboys, deren einziges Streben
der Pflege tödlicher Sandkastenspiele und der Gewinnmaximierung der Branche gilt!
Diesem Ziel wird mit einer beispiellosen Arroganz und Skrupellosigkeit
jedes Mindestmaß an Ethik, Moral und Verantwortung geopfert, ohne Rücksicht auf Verluste,
ohne Rücksicht auf Menschenleben, Hinterbliebene und eine sichere Welt für unsere Enkelkinder!
Einen winzigen Silberstreif entdecke ich am Horizont.
Amerikaner wehren sich, Väter und Mütter protestieren.
Die ersten republikanischen Senatoren schwenken um.
Die Medien und die meisten Politiker zeigen sich entsetzt über LaPierres Auftritt.
Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, keinen absoluten Schutz vor Wahnsinn.
Doch von vornherein jeglichen Versuch zu unterlassen heißt kapitulieren!
Übrigens: von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet fand gestern, am 22. Dezember,
also eine Woche nach den 27 Toten von Newtown, ein weiteres Massaker statt.
In Frankstown/Pennsylvania erschoss ein Mann drei Menschen, darunter eine Kirchenbesucherin,
bevor er nach einer Verfolgung mit Schusswechsel von der Polizei getötet wurde.
Eine Frage, Mr. LaPierre: hätte der Gemeindepfarrer ein Sturmgewehr tragen sollen,
um die Frau in seiner Kirche vor dem Mörder schützen zu können?
Gruß, Hans
[SIZE="1](der zuletzt mit 14 geschossen hat:
Grampen aus dem Klassenzimmer auf den Pausenhof,
und seitdem nur noch mit Worten!)[/SIZE]
Aus unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass das Bundesverkehrsministerium ab dem 1.3.2013
eine ersatzlose Streichung aller Geschwindigkeitsbeschränkungen für Kraftfahrzeuge plant. Dies
solle sowohl auf deutschen Autobahnen als auch auf Bundes-, Landes- und Kreistraßen sowie
innerorts gelten.
Wie verlautete, wolle man damit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten und die
wachsende Zahl der Auffahrunfälle mit Personenschaden drastisch vermindern. Das Ziel sei nur
zu erreichen, wenn man es den vorausfahrenden Fahrzeugen ermögliche, ihre Geschwindigkeit
dem nachfolgenden schnelleren Verkehr anzupassen. Nur so sei die Gefahr, die von diesen
langsameren Verkehrsteilnehmern ausgehe, effektiv zu beseitigen.
In einer ersten Reaktion hat die Fahrzeugindustrie bereits ihre volle Kooperation und Unterstützung
zugesichert. Die Hersteller denken eigenen Angaben zufolge darüber nach, die Produktion von Klein-
und Kompakt-Pkw einzustellen und stattdessen die hubraumstarke Modellpalette der Sportwagen,
SUVs und schweren Limousinen mit aufgerüsteten Motoren auszustatten. Wie ein Verbandssprecher mitteilte,
wolle man mit dieser Maßnahme der Verantwortung im Kampf gegen die hohen Unfallzahlen gerecht werden.[/SIZE]
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Soweit die Meldung.
Aprilscherz?
Schlechte Comedy?
Mitnichten - das ist die Realität!
Man muss lediglich einige kleinere kosmetische Korrekturen an diesem Artikel vornehmen.
Unfälle durch Amokläufe ersetzen.
Pkw durch Waffen.
Fahrzeugindustrie durch NRA.
Und schon haben wir sie, die Realität!
Newtown, Conneticut/USA, 14. Dezember.
Der 20jährige Adam Lanza tötet zu Hause seine Mutter mit vier Schüssen in den Kopf.
Danach fährt er in eine Grundschule am Ort und dringt gewaltsam ein, indem er auf die gesicherte Tür feuert.
Im Gebäude erschießt er offenbar wahllos 20 Kinder und sechs Lehrerinnen, bevor er Selbstmord begeht.
Lanza ist bewaffnet mit einem paramilitärischen halbautomatischen Gewehr 'Bushmaster'
sowie zwei Pistolen der Marken Glock und SIG Sauer, alle im legalen Besitz seiner Mutter.
Er ist nicht vorbestraft und bis dato unauffällig, ein Motiv ist nicht erkennbar.
Washington D.C, 21. Dezember.
Genau eine Woche nach dem Massaker und am Tag der Trauerfeierlichkeiten für die Opfer
hält die NRA, die Schusswaffenvereinigung und Waffenlobby Nr. 1 der USA, eine Pressekonferenz ab.
Ihr Vizeboss, Wayne LaPierre, fordert noch mehr Waffen für die Bürger Amerikas sowie bewaffnete Wachen
an allen Schulen mit dem Argument, dass es bei Amokläufen viel weniger Tote gebe, wenn jeder
eine Waffe hätte und sofort zurückschießen könne.
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Was muss passieren, bis solche hirnamputierten Schwachköpfe wie LaPierre aufwachen
bzw. nach einer erfolglosen Bedenkzeit von 5 sec. straffrei und öffentlich ausgepeitscht werden dürfen?
Die Logik hinter diesen Gedankengängen ist so krank wie es nur irgend geht:
wenn jemand mit seiner Waffe Böses tun will, dann muss ich in der Lage sein,
dies zu verhindern, und zwar mit einer Waffe.
Eine Bedrohung konkreter Art wird nach dieser Lesart also nicht dadurch beseitigt,
dass man ihre Quelle beseitigt, sondern dadurch, dass man allen konkret
oder potentiell Bedrohten dieselbe Gewaltkapazität in die Hand gibt!
Dazu brauche man lt. NRA ein Trainingsprogramm an den Schulen (für Hausmeister und Biolehrer?),
und dies mit aufzubauen sei die NRA gerne bereit (oh welch großzügig hilfsbereite Geste!).
Das Recht Schusswaffen zu tragen sei ein Grundrecht der Amerikaner und tief im Volk verankert.
Wo ein böser Mensch mit einer Waffe sei, könne ihn nur ein guter Mensch mit einer Waffe stoppen.
Dieses Prinzip der Abschreckung kann funktionieren.
» Es hat 1961 am Berliner Checkpoint Charlie funktioniert, als die USA als Antwort auf Versuche der SED,
...das Viermächteabkommen über Berlin zu unterlaufen, Panzer an den Kontrollpunkt schickten,
...wo sie bis auf wenige Meter gefechtsbereit sowjetischen Kampftruppen gegenüber standen.
» Es hat 1962 funktioniert, als die UdSSR nukleare Mittelstreckenraketen auf Kuba stationierte
...und Kennedy ein sowjetisches U-Boot mit Atomwaffen an Bord attackieren ließ.
...Chruschtschow lenkte nach weiteren Verhandlungen ein.
» Es hat 1979 im 2. Teil des Nato-Doppelbeschlusses funktioniert,
...worin als Reaktion auf die konventionelle Überlegenheit des Warschauer Paktes die Stationierung
...von Pershing- und Tomahawk-Marschflugkörpern festgelegt wurde.
» Es funktioniert heute durch den Einsatz von weltweit rund 30 atomaren SSBN-U-Booten,
...die mit Interkontinentalraketen bestückt und durch ihren unbekannten Aufenthaltsort in der Lage sind,
...selbst bei vollständiger Zerstörung ihres Herkunftslandes immer noch einen eigenen
...und unabhängigen Vernichtungsschlag durchzuführen und somit bereits im Vorfeld
...jeden noch so effektiven Erstschlag eines Aggressors sinnlos machen.
Und das ist das entscheidende Wort: sinnlos!
Militärische Abschreckung funktioniert, weil Regierungen vernunftsbetont handeln.
Was nicht unbedingt mit 'vernünftig' gleichzusetzen ist, jedoch bedeutet, dass sie
eine (normalerweise) rationale Abwägung von Chancen und Risiken ihres Handelns vornehmen.
[INDENT]Ist der Andere schwächer, kann ich ihn klatschen.
...Ist er hingegen stärker, kriege ich aufs Maul.
......Sind wir gleich stark, ist außer Spesen nichts gewesen.[/INDENT]
So einfach geht Diplomatie.
Amokläufer jedoch funktionieren alles andere als einfach!
Alle Amokläufer - ob Winnenden, Utøya oder Newtown - haben eines gemeinsam:
ihre ganze 'Ratio' beschränkte sich auf die Durchführung, nicht aber auf die Folgen.
Noch nicht einmal die Folgen für sich selber, weswegen sich viele von ihnen im Zuge der Tat selbst töten.
Wozu also abschrecken, wenn diejenigen,
die abgeschreckt werden sollen, sich nicht abschrecken lassen?
Wenn der eigene Tod u.U. sogar geplanter Teil des Vorhabens ist?
Bleibt das Argument der schnellen Reaktion.
Das komplette System der Exekutive als Teil der Gewaltenteilung in einer Demokratie
beruht auf dem Gedanken, dass alle drei Gewalten den hierfür zuständigen Einrichtungen vorbehalten sind.
Die Forderungen von LaPierre nach quasi flächendeckender Massenbewaffnung der Bevölkerung
impliziert die Auflösung des staatlichen Gewaltenmonopols und deren unkontrollierte und
unkontrollierbare Übertragung auf den Einzelnen!
Jeder Autofahrer kann jedem anderen ein Knöllchen ausstellen,
jeder Schrebergartenbesitzer erlässt sein eigenes Grundgesetz,
jeder kann jeden wegen Ruhestörung zu lebenslanger Haft verurteilen,
jeder Bürger erhält Polizeigewalt, deren Befugnis im Moment des Handelns unter den Tisch fällt!
Es fällt mir schwer, meinem Entsetzen und meiner Wut über eine solche Geisteshaltung
(wobei das Wort 'Geist' deplaziert ist) einen einigermaßen druckfähigen Ausdruck zu verleihen!
Tatsache ist, dass die Gesetzgebung der USA und ihrer Bundesstaaten
dem Waffenmissbrauch schon jetzt massiv Vorschub leistet:
- Nach der Verfassung ist das Recht Waffen zu besitzen ein Grundrecht
- Im 2. Zusatz aus dem Jahr 1791 (!!!) steht wörtlich:
„Da eine wohl organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist,
darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“
Nach einem Urteil des Supreme Court von 2010 können weder Bundesstaaten
noch Bezirke noch Gemeinden anderslautende Bestimmungen erlassen.
- Selbst halbmeterlange Gewehre gelten als 'kurzläufig'.
Magazingröße und Feuergeschwindigkeit sind dabei weitgehend unerheblich.
- Je nach Bundesstaat sind selbst automatische Sturmgewehre militärischen Charakters
mit Magazinen von 100 Schuss und mehr prinzipiell frei verkäuflich.
- Wer von Gesetzes wegen keine Waffe erwerben darf,
kann sie (je nach Bundesstaat) legal von privat kaufen.
- Ein Gesetz aus dem Jahr 1994 besagt, dass sich Waffenkäufer erst
bis zu fünf Tage nach (!!!) dem Erwerb überprüfen lassen müssen.
von denen zwei Drittel mit Schusswaffen begangen wurden!
Wer sich wie die NRA nun selbst eine passende Studie zurechtbiegt, derzufolge schärfere Gesetze nichts bringen,
da sich die Täter ihre Waffen ja sowieso illegal besorgen können, der muss auch fürs Saufen am Steuer plädieren.
Schließlich kamen nur 10% der Verkehrstoten im Jahr 2011 in Deutschland
bei Alkoholunfällen um, also machen die Nüchternen satte 90% der Gefahr aus...
Die NRA ist in meinen Augen eine anachronistische Zusammenrottung
gewaltverherrlichender Vorgesterncowboys, deren einziges Streben
der Pflege tödlicher Sandkastenspiele und der Gewinnmaximierung der Branche gilt!
Diesem Ziel wird mit einer beispiellosen Arroganz und Skrupellosigkeit
jedes Mindestmaß an Ethik, Moral und Verantwortung geopfert, ohne Rücksicht auf Verluste,
ohne Rücksicht auf Menschenleben, Hinterbliebene und eine sichere Welt für unsere Enkelkinder!
Einen winzigen Silberstreif entdecke ich am Horizont.
Amerikaner wehren sich, Väter und Mütter protestieren.
Die ersten republikanischen Senatoren schwenken um.
Die Medien und die meisten Politiker zeigen sich entsetzt über LaPierres Auftritt.
Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, keinen absoluten Schutz vor Wahnsinn.
Doch von vornherein jeglichen Versuch zu unterlassen heißt kapitulieren!
Übrigens: von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet fand gestern, am 22. Dezember,
also eine Woche nach den 27 Toten von Newtown, ein weiteres Massaker statt.
In Frankstown/Pennsylvania erschoss ein Mann drei Menschen, darunter eine Kirchenbesucherin,
bevor er nach einer Verfolgung mit Schusswechsel von der Polizei getötet wurde.
Eine Frage, Mr. LaPierre: hätte der Gemeindepfarrer ein Sturmgewehr tragen sollen,
um die Frau in seiner Kirche vor dem Mörder schützen zu können?
Gruß, Hans
[SIZE="1](der zuletzt mit 14 geschossen hat:
Grampen aus dem Klassenzimmer auf den Pausenhof,
und seitdem nur noch mit Worten!)[/SIZE]